Monumento Salzburg 2018.

Publikumsoffene Fachmesse für Denkmalschutz. Handwerk. Kulturerbe!
Die Plattform zum Start ins europäische Kulturerbejahr 2018 - Sharing Heritage

2014

Monumento Salzburg erhöht Qualitätsstandards in der Denkmalpflege

Mit einer äußerst positiven Resonanz ist am Samstag die zweite Monumento Salzburg zu Ende gegangen. Die internationale Denkmalpflegemesse hat sich in den vergangenen Tagen als perfekte Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch rund um aktuelle Entwicklungen und bewährte Restaurierungsmethoden gezeigt. „Mit mehr als 180 Ausstellern aus acht Nationen, über 40 Vorträgen und rund 2.400 Fachbesuchern avancierte die ´Monumento Salzburg´ zur internationalen Drehscheibe für den Wissensaustausch im Denkmalpflegebereich und trägt so erheblich zur Steigerung des Qualitätsstandards bei“, ist der Messezentrum-Chef Dipl.-Kfm. Henrik Häcker überzeugt.

 Die Internationalität der Messe spiegelte sich auch bei den Besuchern wider, die aus über 10 Ländern nach Salzburg anreisten. Die hohe Verweildauer sprach für die Qualität der Aussteller und die Atmosphäre auf der Messe. Experten und Interessierte aus allen Teilen Mitteleuropas haben sich an den Ausstellerständen davon überzeugen können, dass es sich bei historischen Objekten zwar um eine tote Materie handelt, die Restaurierung allerdings sehr lebendig vonstattengeht. Die Aussteller lobten zudem den Fachcharakter der Messe und freuten sich über fachkundige Gespräche an den Ständen. An konkreten Anliegen und Wünsche des einen oder anderen Besuchers mangelte es nicht.

Neben dem österreichischen Bundesdenkmalamt waren unter anderem auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, die Südtiroler Landesdenkmalpflege, das Denkmalamt der Slowakei und das Denkmalinstitut für Tschechien auf der Messe vertreten. Das Aussteller-Portfolio reichte von der Kunstschmiede und der Aerosolreinigung über die Glasmalerei und Stuckmarmorrestaurierungen bis hin zur modernen Lasertechnik, die beispielsweise zur Reinigung von Steinskulpturen eingesetzt wird.

Vernetzung, Austausch und Ethik in der Denkmalpflege

Groß war das Interesse am diesjährigen Schwerpunktthema Stein, denn wer glaubt, dieser halte ewig, der irrt. „Stein bedarf kontinuierlicher Pflege und Wartung. Sonst können Stein-Figuren im Extremfall über Nacht wie Zucker zerbröseln“, stellte Mag. Johann Nimmrichter vom Österreichischen Bundesdenkmalamt fest. Der Denkmal-Profi war einer von zahlreichen Vortragenden, der während der dreitägigen Messe einen interessanten Vortrag hielt und so die Monumento bereicherte. Stein ist für die Denkmalpflege eine große Herausforderung. Er wird sowohl von außen als auch von innen zerstört: Frost, Tauwechselreaktionen, Austrocknung und Umweltverschmutzung setzen dem beliebten Baumaterial zu. Oft reicht es nicht mehr aus zu pflegen und zu sanieren – manchmal müssen auch zerstörte Teile wiederhergestellt werden. „Die Herausforderung ist, dass es sehr viele Gesteinsarten gibt und jede will anders behandelt werden. Diese Messe ist eine wichtige Plattform, um Erfahrungen auszutauschen und um ein gutes Netzwerk zwischen den Experten für Steinerhaltung zu bilden und zu pflegen“, informierte Nimmrichter.

Der Denkmalpfleger betonte auch, dass nicht nur die Evaluierung der verschiedenen Techniken von Bedeutung sei, sondern auch die Ethik in der Denkmalpflege und die Bereitschaft für eine enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Sparten und auch Ländern. Dazu haben sowohl Experten als auch Interessierte 2016 wieder die Gelegenheit, denn dann wird die Denkmalpflegemesse zum dritten Mal in Salzburg stattfinden.

Denkmalpflege ist keine Insel

Denkmalpflege ist keine Insel - 340 Mrd. Euro sichern 8 Mio. Arbeitsplätze

In der Denkmalpflege über die Grenzen zu schauen, forderte heute Dr. Barbara Neubauer, Präsidentin des österreichischen Bundesdenkmalamts. „Denkmalpflege ist keine Insel“, informierte die Expertin beim Messetalk anlässlich der Eröffnung der publikumsoffenen Denkmalpflegemesse „Monumento Salzburg“, die noch bis Samstag im Messezentrum Salzburg statt findet. Gerade in Zeiten mit einer angespannten finanziellen Situation sei es wichtiger denn je, sich in einem europäischen Rahmen zu treffen und darüber zu informieren, was denn die anderen Länder in diesem Bereich machen. Messen wie die Monumento sind laut Neubauer enorm wichtig für den Wissensaustausch und heben den Qualitätsstandard in der Denkmalpflege. Ins selbe Horn bläst auch Ministerialdirigent Toni Schmid vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. „Es handelt sich bei historischen Gebäuden um tote Materie. Wenn es zu Kürzungen im Budget kommt, ist dieser Bereich besonders gefährdet.“ Davon ist auch Kunsthistoriker Dr. Ronald Gobiet, ehemaliger  des Landes Salzburg überzeugt. Für ihn ist die Branche neben der Bewahrung von Kulturgütern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, denn „mit einem Investitionsvolumen von jährlich rund 340 Milliarden Euro werden in Mitteleuropa immerhin etwa acht Millionen Arbeitsplätze gesichert“, so Gobiet. Inspiration für Neuorientierung im Denkmalschutz will sich PhDr. Pavol Šimunič, Ministerium für Kultur der Slowakischen Republik bei der Fachmesse holen. Für Mgr. Martin Tomášek, Ph.D., Stellvertreter der Generaldirektorin für Denkmalpflege vom Nationalinstitut für Denkmalpflege in Prag ist die Monumento wichtig, um sich über neue Methoden in der Denkmalpflege zu informieren.

„2012 zum ersten Mal durchgeführt hat sich die Monumento zu einer internationalen Denkmalpflege-Plattform entwickelt. Erstmals sind auch Aussteller aus Tschechien und der Slowakei vertreten“, freut sich Messezentrum-Chef Dipl.-Kfm. Henrik Häcker. Über 180 Aussteller aus acht Nationen präsentieren noch bis Samstag auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern Innovationen zur Kulturgutbewahrung. Interessante Vorträge machen Lust auf Geschichten historischer Bauten.

"Monumento Salzburg" internationale Plattform für Denkmalpflege im Messezentrum Salzburg

Spezialisten und Liebhaber von denkmalgeschützten Kulturgütern treffen sich nächste Woche wieder in Salzburg, um sich aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen und bewährte Restaurierungsmethoden zu informieren. Über 180 Aussteller aus acht Nationen treffen bei der „Monumento Salzburg“ aufeinander, die bereits zum zweiten Mal im Messezentrum Salzburg stattfindet. „Die Messe stellt sich den heutigen Ansprüchen der Denkmaleigentümer, Restauratoren, Denkmalpfleger, Bauamtsleiter, Architekten und Baumeister. 2012 erfolgreich als Pilotprojekt gestartet, punktet sie dieses Jahr mit noch mehr Ausstellern und steigender Internationalität“, freut sich Messezentrum-Chef Dipl.-Kfm. Henrik Häcker. Neben dem österreichischen Bundesdenkmalamt sind unter anderem auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, die Südtiroler Landesdenkmalpflege, das Denkmalamt der Slowakei und das Denkmalinstitut für Tschechien auf der Messe vertreten. Weiters haben sich Aussteller aus Schweden, Polen und Slowenien angesagt. Das Aussteller-Portfolio reicht von der Kunstschmiede und der Aerosolreinigung über den Orgelbau, die Glasmalerei und Stuckmarmorrestaurierungen bis hin zur Lasertechnik.

 

Vernetzung von Expertenwissen

Ziel der „Monumento Salzburg“ ist es unter anderem auch, sich während der Messe miteinander zu vernetzen und wertvolles Wissen auszutauschen. Denn gerade in Zeiten, in denen Geld knapper ist und die staatliche Denkmalpflege kürzer treten muss, ist Zusammenarbeit ein Gebot der Stunde. „Das Bundesdenkmalamt gab beispielsweise 2012 eine Broschüre zur Energieeffizienz beim Denkmal heraus, gleichzeitig wurden zu diesem Thema Informationen in Deutschland und im Fürstentum Liechtenstein veröffentlicht. In den Köpfen sind da leider noch zu viele Grenzen. Es muss ja nicht jeder das Rad neu erfinden, sondern es gilt die Ressourcen zu bündeln“, sagt Kunsthistoriker Dr. Ronald Gobiet, Consultant der Monumento.

 

Umfangreiches Vortragsprogramm

Während der Messe, die sich diesmal dem Schwerpunktthema „Stein“ widmet, wird auch vermittelt, wie der Denkmalschutz arbeitet und welche Projekte gerade im öffentlichen Raum umgesetzt werden. Das umfangreiche Vortragsprogramm mit rund 40 Vorträgen richtet sich vor allem auch an ein interessiertes Laienpublikum. Darunter Vorträge wie „Spurensuche mit dem Miskroskop. Denkmäler erzählen ihre Geschichte“, „Gobekli Tepe – Das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger“ oder „Betoninstandsetzung - aber richtig“.

 

Hotspot für alle Interessierten

Die Monumento ist aber nicht nur ein Hotspot für Experten, sondern bietet auch allen Interessierten die Gelegenheit, spannende Materien im Denkmalpflegebereich kennen zu lernen. So zum Beispiel auch für Schüler. An den Ständen der Aussteller können Jugendliche mit den Profis ins Gespräch kommen, mehr über Ausbildungsmöglichkeiten erfahren und sie teilweise auch bei der Arbeit beobachten. Außerdem werden viele Filme und Arbeitsbeispiele gezeigt. Die Dombauhütte des Stephansdoms wird beispielsweise Werksteinteile aus luftiger Höhe mitbringen. Die Experten werden ihr Werkzeug mit im Gepäck haben und anschaulich aufzeigen, wie Stein historisch und modern bearbeitet werden kann.