Monumento Salzburg 2018.

Publikumsoffene Fachmesse für Denkmalschutz. Handwerk. Kulturerbe!
Die Plattform zum Start ins europäische Kulturerbejahr 2018 - Sharing Heritage

2016

Die edelste Form der Vergoldung: Seltenes Handwerk auf der Monumento Salzburg

Goldschmiedemeister Dirk Meyer bei der Arbeit an der Krone des Sultans von Oman
Goldschmiedemeister Dirk Meyer

Alle zwei Jahre im Januar trifft man während der Fachmesse für Denkmalpflege in Salzburg auf Handwerksbetriebe, die sich auf Restaurierung und Konservierung spezialisiert haben. Ein Event, das mit selten gewordenen Handwerkstechniken überrascht.

Im Periodensystem der Elemente ist es mit der Ordnungszahl 79 erfasst, und es gehört zu den ersten Metallen, die von Menschenhand bearbeitet wurden. Die Rede ist von Gold. Dieses gelb-glänzende Metall hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt, und ebenso faszinierend ist das Handwerk, mit dem man einfache Materialien „vergoldet“.

Einer, der die Vergoldung in besonderer Weise beherrscht, ist Dirk Meyer. Der Goldschmiedemeister aus Maierhöfen im Allgäu hat im Januar 2016 auf der Monumento Salzburg mit Exponaten aus seiner Werkstatt den deutschen Gemeinschaftsstand und die Präsenz der Restauratoren im Handwerk e. V. bereichert.

Was Dirk Meyer auszeichnet, ist die mittlerweile recht selten gewordene Technik der Feuervergoldung. Meyer verarbeitet Feingold, das er zu einer Legierung mit Quecksilber bringt. Nach dem Auftragen des zähflüssigen Goldamalgams, wird das Quecksilber unter Feuer bei 300°C „abgeraucht“. Das Gold bleibt zurück und verbindet sich fest mit dem Grundmetall.

Die Anfänge der Feuervergoldung (auch Amalgamvergoldung genannt) liegen im Dunklen. Soviel aber weiß man: Bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. wandte man diese Technik in China an. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Feuervergoldung durch die galvanische Vergoldung ersetzt. Heute gibt es nur noch wenige Experten, die unter Einhaltung strengster umwelttechnischer Vorschriften und mit dem Einsatz modernster Methoden, dieses Handwerk ausüben.

Dirk Meyer ist einer von ihnen. Seine Arbeiten findet man in Europa, Nordamerika, Asien und Australien. Vor allem sind es Antiquitäten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Messkelche, Metallgitter oder vergoldete Uhrengehäuse, die er restauriert. Sogar die Krone und der Säbel des Sultans von Oman und auch die gläserne Kutsche des niederländischen Königshauses, 1815 anlässlich der Krönung von Wilhelm I. gebaut, standen bereits in Dirk Meyers Werkstatt.

20 Handwerksunternehmen aus den verschiedenen Bereichen der Denkmalpflege präsentierten sich während der Monumento am deutschen Gemeinschaftsstand. Das Herzstück bildeten die Ausstellungsstücke der Vereinsmitglieder aus der Interessensgemeinschaft Restaurator im Handwerk e. V. Der Verein sorgt mit seinem Gütesiegel für hohe Qualität. Fortbildungen und Seminare gehören ebenso zu seinen Aufgaben, wie die Teilnahme an der Denkmalmesse. Das Fachpublikum, Entscheidungsträger aus Kirchen, Denkmalämtern und Museen sowie Eigentümer von denkmalgeschützten Objekten konnten sich am deutschen Gemeinschaftsstand von den herausragenden Handwerksleistungen von Dirk Meyer und seinen Vereinskollegen überzeugen.

Eine Antiquitätensammlerin aus Lichtenstein war besonders angetan von den Vergolderarbeiten: Es könnte ein neuer Auftrag für Dirk Meyer werden. „Wenn man einzigartig ist, nimmt man immer einen Auftrag mit“, so ist seine Erfahrung mit Messebeteiligungen.

Die nächste Denkmalmesse Monumento findet im Januar 2018 statt. Interessierte Handwerksunternehmen erhalten Informationen bei Bayern Handwerk International.

Text:
Bayern Handwerk International
Maria Weininger
 
Bildquelle:
Dirk Meyer
Atelier für Feuervergoldung (Maierhöfen)

Monumento festigt Stellung als internationale Denkmalpflege-Plattform

Die Fachmesse Monumento Salzburg konnte sich auch in ihrer dritten Auflage als hervorragende Netzwerkplattform präsentieren. Rund 2.400 Fachbesucher strömten vom 28. bis 30. Januar ins Messezentrum Salzburg, um sich über die Themen Denkmalpflege, Restaurierung und Konservierung zu informieren.

„Die Monumento kam auch in der dritten Auflage ihrem Auftrag, eine Plattform des Austauschs zu bieten, in vollem Umfang nach. Sie ermöglichte die Förderung des Wissensstandes und trug zur Bewusstseinsbildung einer breiten Öffentlichkeit bei. 174 Aussteller aus acht Ländern zeigten auf der Monumento, wie vielfältig Denkmalpflege und Restaurierung realisiert werden kann“, so Charlotte Reichenspurner vom Messezentrum Salzburg.

Die Geschichte zum Leben erwecken, Altes in neuem Licht erstrahlen lassen und die Erhaltung des vielseitigen Denkmalbestandes erfordern ein hohes Maß an Spezialwissen. Neben zahlreichen Handwerksbetrieben traten auch Industrieunternehmen wie zum Beispiel die Firma RÖFIX AG Österreich als Partner in der Denkmalpflege auf. „Wir haben ein breites Produktportfolio auch für historische Gebäude und nutzen die Messe, um für Akzeptanz in der Denkmalpflege zu werben“, beschrieb Christian Höberl (RÖFIX) seinen Beweggrund an der Monumento als Aussteller teilzunehmen. Mag. Elisabeth Krebs stellte bereits zum dritten Mal auf der Denkmalpflegemesse aus und möchte „Bewusstsein für die Restaurierung schaffen und Information weitergeben“, in ihrem Fall für die Metallrestaurierung.

Internationaler Treffpunkt in der Weltkulturerbe-Stadt Salzburg

Aus zehn Ländern Mitteleuropas fanden die Besucher den Weg ins Messezentrum Salzburg. Damit wird man dem Anspruch, eine internationale Plattform zum Wissens- und Erfahrungsaustausch in der Denkmalpflege zu sein, gerecht. Die Monumento Salzburg bietet ein bedeutsames Forum für die Branche. „Es geht auf der Messe darum, unsere Denkmalpflege-Community zu treffen und sie besser zu vernetzen“, sagte HR Prof. Dr. Barbara Neubauer, Präsidentin des Bundesdenkmalamtes Österreich bei der Eröffnung. Der Themenbogen spannte sich von der Präsentation aktuellster Techniken an Bau- und Kunstdenkmälern bis zu einem Überblick der neuesten Produkte und Verfahren in der Denkmalpflege. Ebenso wurde über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten auf der Messe informiert. Die Donau-Universität Krems war auf der Monumento vertreten und Frau DI Elisabetta Meneghini war sehr zufrieden mit der Organisation und den Kontakten auf ihrem Stand.

Renommiertes Vortragsprogramm

Besonders beliebt waren auch die Podiumsdiskussionen und die zahlreichen Fachvorträge mit Beispielen aus der Praxis, die sowohl in der Messehalle als auch im Tagungsbereich stattfanden. Nicht nur Experten, auch Liebhaber historischen Guts lauschten den spannenden Ausführungen der Fachleute aus Österreich und den Nachbarländern Deutschland, Südtirol, Slowakei, Tschechische Republik, Slowenien und Ungarn. So fand gleich zu Beginn der Messe der Vortrag „Die Fürstenzimmer auf der Festung Hohensalzburg“ von Frau DI Eva Hody (Landeskonservatorin des Bundesdenkmalamtes) großen Zuspruch. Das Bundesdenkmalamt bot den Besuchern „im Heimatland die optimale Chance mit dem BDA in Verbindung zu treten um sich über Denkmalschutz zu informieren. Der Austausch ist sehr wohlwollend und die Qualität der Gespräche ist sehr gut“, resümierte DI Hody. Auch die Denkmalämter der Nachbarstaaten nutzen die Monumento vornehmlich zum Austausch und Netzwerken. „Die Messe bietet eine gute Gelegenheit andere Denkmalpfleger zu treffen und gute Gespräche zu führen“, meint Dr. Sven Bittner, Stellv. Referatsleiter im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Die Monumento stand in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der UNESCO und des ICOMOS, was die Bedeutung der publikumsoffenen Fachmesse als Plattform für den interdisziplinären und internationalen Austausch unterstrich. Die UNESCO war zudem mit einem eigenen Stand vertreten und präsentierte unter anderem die druckfrische Broschüre über alle neun Welterbestätten in Österreich.

Neben Vorträgen und den klassischen Messepräsentationen freuten sich die Besucher über die Beispiele historischer Gärten aus der Barockzeit sowie der Sonderschau „BRÜDER SCHWADRON und die WIENER BAUKERAMIK“ mit bunten Wandkacheln und ornamentalen Bodenfliesen der Stiegenhäusern und Foyers prächtiger Zinshäuser in Wien aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Das Team der Monumento, die Aussteller sowie Besucher freuen sich bereits jetzt auf die nächste Denkmalpflegemesse, die im Januar 2018 in der kulturell bedeutenden Stadt Salzburg, stattfinden wird.

Wir müssen auch in der Denkmalpflege erst Europa werden

Monumento Salzburg 2016 eröffnet

Anlässlich der Eröffnung der publikumsoffenen Denkmalpflegemesse „Monumento Salzburg“ sprach sich HR Prof. Dr. Barbara Neubauer, Präsidentin des Bundesdenkmalamtes Österreich, für einen vereinfachten Zugang zu Fördergeldern auf europäischer Ebene aus. Grenzüberschreitende Kooperation der Denkmalämter finde bereits auf wissenschaftlicher Ebene statt. Jedoch stehe man noch am Anfang. “Wir müssen erst Europa werden – auch in der Denkmalpflege“, gab Neubauer zu bedenken. Dies sei nicht einfach, weil sich der Zugang der europäischen Staaten zur praktischen Denkmalpflege unterscheide. Man müsse zunächst im Rahmen von Projekten Gemeinsamkeiten identifizieren. Dies sei jedoch oftmals ein Problem der personellen Kapazitäten und finanziellen Ressourcen.

Grenzüberschreitende Kooperation in der Denkmalpflege

Die Monumento Salzburg bietet ein bedeutsames Forum für die Branche. „Es geht auf der Messe darum, unsere Denkmalpflege-Community zu treffen und sie besser zu vernetzen“, so Neubauer weiter. Ein grenzüberschreitendes Bewusstsein, sowie eine stärkere Kooperation über Landes- und Statusgrenzen hinweg, forderte auch Generalkonservator Dipl.-Ing. Architekt Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Mgr. Martin Tomášek, Ph.D., stellvertretender Generaldirektor des Nationalinstituts für Denkmalpflege der Tschechischen Republik, betonte ebenso, dass die derzeitige grenzüberschreitende Zusamenarbeit noch Potenzial habe.

Vom spezialisierten Tischler bis zum Steinmetz

Auch für das Laienpublikum hält die Monumento Salzburg, die noch bis Samstag im Messezentrum Salzburg stattfindet, Spannendes bereit. „Besucher haben die Möglichkeit sich bei 174 Ausstellern aus acht Ländern, vom spezialisierten Handwerk bis zu wissenschaftlichen Restaurierungs- und Konservierungstechniken zu informieren“, erzählt Charlotte Reichenspurner vom Messezentrum Salzburg. Die österreichische UNESCO-Kommission präsentiert auf der diesjährigen Monumento alle neun österreichischen Welterbestätten. Dr. Mona Mairitsch, stellvertretende Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission hob deren Diversität hervor. „Vom Schloss Schönbrunn, über Kulturlandschaften wie die Wachau, bis hin zu Prähistorischen Pfahlbauten und der Semmeringeisenbahn gibt es vielfältigste Welterbestätten zu entdecken.“

Die Weltkulturerbe-Stadt Salzburg

Das historische Zentrum der Stadt Salzburg ist seit 1996 Weltkulturerbe. Bürgermeister Dr. Heinz Schaden informierte über den derzeitigen Fokus der Altstadterhaltung. „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt Salzburgs fünfte Fassade neu erstrahlen zu lassen“. Unter dieser fünften Fassade seien die Straßen und Plätze Salzburgs zu verstehen. Während am Platzl und in der Linzergasse bereits umfangreiche Neugestaltungen vorgenommen wurden, wird derzeit die Getreidegasse in Angriff genommen. Als nächstes Projekt dieser Art habe man, laut Schaden, den Residenzplatz im Blick.

Welche Neubauten sind in der Stadt Salzburg machbar und sinnvoll? Darüber diskutierte die "IKS - Initiative Kulturstadt Salzburg" im Vorfeld der Eröffnung der "Monumento Salzburg". Im Rahmen des Kulturgesprächs hielt MMag. Dr. Peter Strasser von der Donau-Universität Krems (Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur, Department für Bauen und Umwelt, Zentrum für Baukulturelles Erbe) einen Vortrag zum Thema „Die UNESCO Welterbe-Stadt Salzburg“. Im Anschluss daran fand eine rege Diskussion statt, derer sich auch Stadtrat Johann Padutsch und Senatsrat Dipl.-Ing. Dr. Andreas Schmidbaur (Abt. 5: Raumplanung und Baubehörde, Amt der Stadt Salzburg) stellten.

Die „Monumento Salzburg“ findet noch bis Samstag im Messezentrum Salzburg statt.

3. Internationale Fachmesse für Denkmalpflege in der Weltkulturerbestadt Salzburg

Vom 28. bis 30. Jänner 2016 im Messezentrum Salzburg

“Unser baukulturelles Erbe ist auch für die Gestaltung unserer Zukunft wichtiger Ratgeber“, betont Geschäftsführer Michael Wagner. „Besucher haben die Möglichkeit sich bei über 170 Aussteller aus acht Ländern rund um Denkmalpflege, Restaurierung und Konservierung zu informieren“, so Michael Wagner weiter. „Die Monumento Salzburg, die Fachmesse für Denkmalpflege in der kulturell bedeutenden Stadt Salzburg, fördert nicht nur den Wissensstand bei Planern und ausführenden Restauratoren und Handwerkern, sondern trägt zur Bewusstseinsbildung einer breiten Öffentlichkeit für die Denkmalpflege bei“, so Prof. Dr. Barbara Neubauer, die Präsidentin des Bundesdenkmalamtes Österreich.

Denkmalpflege hat mit ihrem Nachhaltigkeitsauftrag drei wichtige Aufgaben: historische Gebäude und Objekte zu schützen, zu erhalten und Lösungen für zeitgemäße Nutzungen zu finden, damit sie dauerhaft bestehen und mit ihren Geschichten auch noch vielen Generationen nach uns aus der Vergangenheit berichten. Für die Denkmalpflege und die Erhaltung der historischen Objekte ist das Wissen und die Erfahrung des alten Handwerks ebenso wie jenes der wissenschaftlichen Restaurierungs- und Konservierungstechniken von großer Bedeutung. Das alte Handwerk, welches in unserem Alltag teilweise nicht mehr geläufig ist, wird durch die Anforderungen der Denkmalpflege belebt und bleibt so für die Zukunft erhalten. Spezialisierte Handwerker kennen die Methoden der Vergangenheit und sind mit den Originalmaterialien vertraut.

Aber nicht nur öffentliche Gebäude können so mit den ursprünglichen Materialien komplettiert werden. Auch Privatpersonen mit denkmalgeschützten Häusern, altehrwürdigen Böden oder herrlichen Kunstwerken finden auf der Monumento Salzburg ihre Ansprechpartner: spezialisierte Schreiner, Fachleute für antike Türen und Fenster, Tischler, Maler, Glaser, Ofenbauer oder auch die Salzburger Restauratoren mit einem Gemeinschaftsstand werden vor Ort sein und Fragen beantworten.

Ebenfalls vertreten sind die Steinmetze. Ihre handwerklichen Leistungen für die Restaurierung und Konservierung werden auf der Monumento 2016 mit dem Denkmalpflegepreis besonders gewürdigt. Am Eröffnungstag wird der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege dem öffentlichen Publikum präsentiert.

Geschichte erleben, Denkmäler und Kunstwerke aus der Nähe betrachten, das ist auf der Monumento möglich. Denn viele Aussteller bringen ihre Exponate mit, stellen Verfahrenstechniken am Objekt direkt vor oder arbeiten vor den Augen der Besucher an ihren Werken weiter.

Die Sonderschau „BRÜDER SCHWADRON und die WIENER BAUKERAMIK“ widmet sich einem besonders dekorativen Thema: der Baukeramik der Jahrhundertwende mit bunten Wandkacheln und ornamentalen Bodenfliesen in den Stiegenhäusern und Foyers der prächtigen Zinshäuser in Wien. Und wer von der Arbeit an alten Kulturgütern und deren Konservierung / Restaurierung in Ihren Bann gezogen wurde, kann sich direkt auf der Messe über Aus- und Weitebildungsmöglichkeiten informieren.

Zusätzlich zur Monumento Salzburg kann gegen einen Aufpreis von 5 Euro die vom Hauptkunden Reed Exhibitions Messe Salzburg veranstaltete CASA besucht werden. Die bedeutendste österreichische Einrichtungsfachmesse CASA ist Impulsgeber und Marktbarometer für die Bereiche Inneneinrichtung und Wohndesign.

Tipps auf der Messe

Donnerstag, 28.1. Eröffnung (11:00 Uhr), Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege (12:00 Uhr)  und Freitag, 29.1. Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft Denkmalpflege“ (17:00 Uhr)

Mehr zum Vortragsprogramm