Monumento Salzburg 2018.

Publikumsoffene Fachmesse für Denkmalschutz. Handwerk. Kulturerbe!
Die Plattform zum Start ins europäische Kulturerbejahr 2018 - Sharing Heritage

Informationen für ausländische Unternehmen

Gerne teilen wir Ihnen folgende Stellungnahme des Finanzamt Graz-Stadt bezüglich doppelter Versteuerung von Umsätzen in Österreich und Deutschland mit:

Verkauft ein ausländischer Unternehmer ohne Sitz und Betriebsstätte (Messestand ist keine Betriebsstätte) Waren egal welcher Art, auf österreichischem Staatsgebiet, so ist dieser Verkauf in Österreich der Umsatzsteuer zu unterwerfen,
da die Verfügungsmacht in Österreich vom Verkäufer auf den Kunden übergeht.
Daraus folgt, dass die Lieferung (Verkauf) in Österreich als steuerbar und idR steuerpflichtig anzusehen ist.

Kommt der betroffene Unternehmer beispielsweise aus Deutschland und verbringt er die Waren von Deutschland nach Österreich verwirklicht er auch eine Lieferung in Deutschland und gleichzeitig einen innergemeinschaftlichen Erwerb in Österreich.
Vereinfacht ausgedrückt liefert der deutsche Unternehmer von Deutschland aus an sich selbst nach Österreich.
In Österreich muss diese fiktive Lieferung als innergemeinschaftlicher Erwerb behandelt werden, die Erwerbsteuer ist bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen als Vorsteuer abziehbar.
In Deutschland ist dieses „Verbringen“ als innergemeinschaftliche Lieferung anzusehen, die als steuerfrei zu behandeln ist (in DE), wenn die Voraussetzungen wie ua. die Warenbewegung von DE nach Österreich und die Erwerbsteuerbarkeit in Österreich (durch z. B. Angabe der österreichischen UID) nachgewiesen werden. Dadurch erfolgt quasi eine „Entsteuerung“ im Ursprungsland, und die effektive Besteuerung erfolgt durch den in Österreich im Anschluss an das Verbringen stattfindenden Verkauf auf der Messe.

Der deutsche Unternehmer verwirklicht im Prinzip 3 steuerbare Vorgänge:

  • Die Lieferung in DE mit der Warenbewegung nach Österreich, die in DE steuerfrei sein sollte (bei Erfüllen der Voraussetzungen)
  • Den innergemeinschaftlichen Erwerb idR mit Vorsteuerabzug in Österreich und
  • Eine Lieferung in Österreich, die in der Regel steuerpflichtig ist (auf der Messe).

In einem Satz:
Zu einer „Doppelbesteuerung“ kann es nach unserer Meinung nur kommen, wenn in Deutschland die Voraussetzungen für eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung (in Form des Verbringens an sich selbst) nicht vorliegen oder nicht nachgewiesen werden.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen das Finanzamt Graz-Stadt unter Tel.: +43 316 881 538 gerne zur Verfügung.