Monumento Salzburg 2018

Die Monumento findet von 11. - 13. Januar 2018 bereits zum vierten Mal statt.

Wir freuen uns Sie wieder begrüßen zu dürfen!

Monumento Salzburg 2018.

Publikumsoffene Fachmesse für Denkmalschutz. Handwerk. Kulturerbe!
Die Plattform zum Start ins europäische Kulturerbejahr 2018 - Sharing Heritage

Sonderschau

FOTOAUSSTELLUNG: Anatoliy Babiychuk

Horaivka

2009-laufend

Serie aus 340 Fotografien

 „… die Fotografie ist Ausdruck der Distanz des Beobachters, der Daten speichert und sich dabei immer bewusst bleibt, dass er Daten speichert (was in so familiären Situationen wie der eines Dorfballes nicht immer einfach ist), aber zugleich setzt die Fotografie auch Vertrautheit, eine Aufmerksamkeit und Sensibilität selbst für kaum wahrnehmbare Details voraus, Details, die der Beobachter nur durch eben diese Vertrautheit unmittelbar zu verstehen und zu interpretieren vermag, eine Sensibilität für das unendlich kleine Detail einer Situation, das selbst dem aufmerksamsten Ethnologen zumeist entgeht. Die Fotografie ist aber auch eng verwoben mit dem Verhältnis, das ich zu jedem Zeitpunkt zu meinem Gegenstand unterhalten habe, und ich habe keinen einzigen Augenblick lang vergessen, dass es sich dabei um Menschen handelte, Menschen, denen ich mit einem Blick begegnet bin, den ich – auch wenn ich befürchte, mich dadurch lächerlich zu machen – als liebevoll, ja als oft gerührt bezeichnen möchte.”

(Pierre Bourdieu. In Algerien. Zeugnisse der Entwurzelung, S. 11)

Seit 2009 führt mich eine familiäre Verbindung regelmäßig nach Horaivka – einen kleinen Ort in der Mittelukraine. Von Horaivka aus sind es 338km bis nach Lviv, 433 bis Kiev, 501 bis Odessa und 992 bis Donetsk. Dieser Ort mit 520 Bewohnern hat einen Kindergarten, eine Schule, eine Postfiliale, eine Erste-Hilfe-Station, zwei kleine Geschäfte und einen Dorfklub. Jedes Jahr verbringe ich dort eine bis zwei Wochen. Genau die familiäre Verbindung verschafft mir die Möglichkeit, einen unzensierten Blick in das tägliche Leben der Dorfbewohner zu werfen. Ich porträtierte dabei die Menschen in ihrer gewöhnlichen Umgebung – Kinder im Kindergarten und in der Schule, die Erwachsenen auf den Straßen, in ihrem Zuhause, in der Arbeit und bei Festen. Vom Anfang an faszinierten mich die menschliche Wärme und die offene Art der mir begegnenden Menschen. Bereits nach dem Kennenlernen unterhielten wir uns zumeist so, als ob wir die engsten Freunde oder gar Verwandten wären.

Meine Motivation leitete sich nicht von der Suche nach Sensation, sondern vom Interesse an meiner Heimat, am Kennenlernen von neuen Menschen, deren sozialen Umfeld und ihrer Lebensentwürfe ab.

FILMPROJEKT: Bandiera rossa

Bandiera rossa, 2017 (c) Ekaterina Shapiro-Obermair, Alexandra Wachter

In Bandiera Rossa erzählt der ukrainische Bildhauer Mykola Posikira die Entstehungsgeschichte seines wohl umstrittensten Werks – des Denkmals für den Führer der ukrainischen Nationalisten, Stepan Bandera, in Lwiw/Lemberg. In dem Gespräch in seinem Atelier legt der Künstler auch seine eigenen, etwas anachronistisch wirkenden gesellschaftspolitischen Ansichten offen. Den Zusehern öffnet sich ein kleines Fenster auf die durch Spannungen und Antagonismen geprägte ukrainische Gesellschaft.

Der Film entstand im Rahmen des Projekts Lwiw. Kriegsmuseum. Dieses ist eine Kooperation zwischen der bildenden Künstlerin Ekaterina Shapiro-Obermair und der Historikerin Alexandra Wachter. Gemeinsam haben sie in zahlreichen Feldforschungen einen Dialog zu lokalen Communities in Lwiw aufgebaut. Sie untersuchen die sich scheinbar ausschließenden Narrative zum Zweiten Weltkrieg in der westukrainischischen Stadt und nehmen auch die aktuelle ukrainische Geschichtspolitik ins Visier.
www.lwiw-kriegsmuseum.net